Jüngerschaftstraining Chemnitz 2019 – Wie alles begann

Anna Odenwald, Chemnitz

Schon seit einigen Jahren nehmen immer wieder Geschwister aus Chemnitz am Sommerjüngerschaftsprogramm (SJP) in Salzburg teil – und profitieren sehr davon: intensives Bibelstudium, unmittelbare Anwendung des Gelernten und viele neu geschlossene Freundschaften.
So kamen auch im Sommer 2018 wieder einige Chemnitzer vom SJP zurück voller Eifer, Freude – und der Idee „sowas brauchen wir hier auch!“.
Nach einigen konspirativen Treffen wurde das Projekt der Gemeinde vorgestellt. Bis Jahresende sollte sich unter Gebet zeigen, ob so ein Programm wirklich „dran“ ist. Ist es Gottes Wille oder nur unser eigener Wunsch?
Viele Geschwister zeigten Bereitschaft zur Mitarbeit und haben Teilnehmern eine Unterkunft in ihrer Wohnung angeboten. Auch Lehrer konnten gefunden werden. Brüder aus Österreich, Bayern, Thüringen und Sachsen stellten sich zur Verfügung, um wertvolle Schätze aus Gottes Wort zu heben und Erfahrungen mit und für Christus weiterzugeben.
Anfang 2019 trafen wir die Entscheidung „Wir starten durch!“. Internetseite und Anmeldeformular (www.juengerschaftstraining.de) wurden online gestellt, der Stundenplan festgelegt und die Jugendherberge gebucht. Und natürlich wurde in der näheren und weiteren Umgebung die Werbetrommel gerührt.
Sehr dankbar waren wir vor allem auch für die Gebete, Ratschläge und Unterstützung der Geschwister aus Salzburg, die das SJP verantwortlich leiten und organisieren.
Im August 2019 war es dann soweit: das Jüngerschaftstraining in Chemnitz ging in die erste Runde. Wir freuten uns über rund 20 Brüder und Schwestern, die bereit waren, sich zwei Wochen eingehend mit Gottes Wort zu beschäftigen. Die Teilnehmeranzahl erwies sich als sehr gut, da wir auf Unvorhergesehenes flexibel reagieren konnten.
Fazit: Wir haben vor und während des JTC viel gelernt: über den Herrn Jesus, über uns, und was wir beim nächsten Mal noch besser machen wollen. Wir haben viele Impulse, Anregungen und neue oder vertiefte Freundschaften mitgenommen. Und wir haben uns vorgenommen zu wachsen – im Jünger sein und im Jünger machen. Ach übrigens: Es gibt ein nächstes Mal! Vom 14. bis zum 29. August findet das Jüngerschaftstraining 2020 in Chemnitz. Bist du diesmal auch dabei?

Siegfried Wiebe, Ulm

Und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Leuten an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren.
– 2. Timotheus 2,2 –
Unter diesem Motto stand das Jüngerschaftstraining, welches vom 02. bis 17. August 2019 zum ersten Mal in Chemnitz stattfand. Nun, wir wissen nicht, wie Timotheus diesen Auftrag im Detail ausführte, aber sicherlich war sein Unterricht weder zu seicht noch langweilig. Und auch das Jüngerschaftstraining war weder seicht noch langweilig.

Unterricht

Im Basisunterricht sind wir in den Römerbrief und das Buch Daniel eingetaucht und haben dort einige Schätze gehoben. Das dritte Basisfach hatte den Zweck, Methoden zum Bibelstudium zu vermitteln. Man lernt eine Sache am besten, indem man sie tut. Also wurden die vorgestellten Methoden direkt angewendet und die Teilnehmer in praktischen Übungen herausgefordert, den 2. Timotheusbrief zu analysieren, auszulegen und Anwendungen herauszuarbeiten. Wer Bibelstudium praktiziert und lernt, Erkenntnisse aus dem Wort zu gewinnen, der kann in Psalm 119,162 einstimmen und sagen: „Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet.” Ja, Bibelstudium ist mit Arbeit verbunden und nicht immer einfach, aber es macht tatsächlich große Freude! Die letzte der drei Unterrichtseinheiten am Vormittag fand jeweils in zwei Gruppen statt. In der ersten Woche beschäftigten sich die männlichen Teilnehmer mit ihrem Beitrag zur Anbetung Gottes, während die Damen sich mit Frauen der Bibel auseinandersetzten. Für die zweite Woche standen zwei wichtige, spannende und praktische Wahlfächer zur Auswahl: „Christus und die Gemeinde”, sowie „Jünger machen – Bibel lesen mit Nicht-Christen”.

Dienst

Jüngerschaft besteht nicht nur aus theoretischem Unterricht. Nachfolge ist mit Dienst verbunden und so gab es ein breit gefächertes Angebot, sich einzubringen und Gelerntes in die Tat umzusetzen. Jeder Unterrichtstag startete mit einer Morgenandacht in Kleingruppen. Hier war jeder Teilnehmer herausgefordert, mindestens einmal eine Andacht von fünf bis sieben Minuten zu halten. Durch gutes Feedback der Lehrer wurde den Teilnehmern aufgezeigt, was sie gut gemacht hatten und auch wo man noch etwas verbessern könnte. Aufgrund der vielen guten Andachten wurde entschieden, am zweiten Sonntag anstelle einer Predigt einigen jungen Brüdern die Gelegenheit zu geben, ihre Andacht vor der Gemeinde vorzutragen.
Es waren aber auch praktische Dienstmöglichkeiten gegeben. Gemeinderäume putzen, Küchendienst, Umzugshilfe – jeder konnte mit anpacken. Besonders spannend waren die evangelistischen Einsatzmöglichkeiten. Es wurden Verteileinsätze bei Konzerten in Chemnitz und Dresden organisiert, freitags hatten wir die Möglichkeit, am Büchertisch in der Stadt mit Menschen ins Gespräch zu kommen und Umfragen durchzuführen, die Teilnehmer des Wahlfachs “Jünger machen” waren bei einer Bibelleserunde mit Nicht-Christen dabei.

Gemeinschaft

Das Jüngerschaftstraining bietet eine wunderbare Möglichkeit, mit Glaubensgeschwistern aus anderen Gemeinden in Kontakt zu kommen und Freundschaften zu bauen oder zu pflegen. Das gemeinsame Gebet in der Andachtsgruppe und mit einem persönlichen Gebetspartner schweißt zusammen, gemeinsamer Dienst ebenso. Zeit für Gespräche boten nicht nur die Unterrichtspausen, in welchen wir hervorragend mit Kaffee und Snacks versorgt wurden, sondern auch die gemeinsamen Unternehmungen. Das Freizeitangebot reichte vom gemeinsamen Wochenende in Warmbad über sportliche Aktivitäten bis hin zu Waffelnachmittagen und Grillabenden.

Fazit und Ausblick

Das Jüngerschaftstraining war für mich eine sehr schöne und gesegnete Zeit. Es war intensiv, herausfordernd, lehrreich und motivierend.
Ich bin dem Herrn sehr dankbar für die Lehrer, die es verstanden, sein Wort verständlich, interessant und praxisnah zu vermitteln. Ich bin dankbar für die vielen wertvollen Kontakte, die ich knüpfen konnte. Ich bin dankbar für die lieben Geschwister in Chemnitz, die uns so herzlich aufnahmen, dass ich mich vom ersten Moment an zuhause fühlte. Ich bin dankbar für die Mitarbeiter, die unter großem persönlichem Einsatz hervorragende Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Jüngerschaftsprogramm schafften.
Für 2020 ist eine Neuauflage geplant. Wenn du Interesse an intensivem Bibelstudium hast, im Dienst wachsen willst, gerne andere motivierte Christen kennenlernen möchtest, wenn du bereit bist, dich herausfordern zu lassen und zwei Wochen deiner Freizeit zu investieren, dann melde dich an. Es lohnt sich!